Energie aus Kohle
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Vollautomatisierter Gleithobel
RAG am 06.08.2010 um 07:48 (UTC)
 Kohleabbau im Feld Dilsburg Ost, Streb 8.6 startet mit technischer Innovation
ENSDORF Der Kohleabbau des Bergwerks Saar im Streb 8.6 Ost, Feld Dilsburg Ost, ist angelaufen. Dabei kommt erstmalig im Saarland ein moderner vollautomatisierter und von über Tage aus ferngesteuerter Kohlehobel statt eines Walzenschrämladers zum Einsatz.
Das weltweit fortschrittlichste und stärkste Hobelsystem ist für niedrige bis mittlere Flöze auch bei harter Kohle besonders geeignet.
Die mittlere Flözmächtigkeit im Streb 8.6 Ost beträgt 1,70 Meter. In rund 1000 Meter Tiefe schält der Gleithobel GH 42 mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Metern pro Sekunde über eine Streblänge von 300 Metern die Kohle aus dem Gebirge.
„Aufsichten und Mitarbeiter aller Bereiche des Bergwerks Saar wurden mit intensiven Schulungen im Trainingsbergwerk Recklinghausen auf den Hobeleinsatz vorbereitet“, erklärte Friedrich Breinig, Leiter des Bergwerks Saar.
Fortschrittlichstes und
Durch Befahrungen in Hobelstreben auf den Bergwerken Auguste Victoria, Prosper Haniel und Ibbenbüren seien ebenfalls wertvolle praktische Anregungen vermittelt worden.
Auch bei der aufwendigen Einhobelphase habe man Unterstützung von Bergleuten aus dem Ruhrgebiet. Bergwerksdirektor Breinig ist überzeugt, dass das neue Abbausystem im Bergwerk Saar sicher beherrscht und erfolgreich sein wird.
Zwei Elektromotoren mit
Eine Hobelkette, angetrieben durch zwei Elektromotoren, deren Leistung bei einer Betriebsspannung von 1000 Volt zusammen 1600 Kilowatt beträgt, zieht den sechs Tonnen schweren Hobelkörper durch den Streb.
Gehärtete Hobelmeißel schneiden pro Fahrt durch den Streb 50 bis 60 Millimeter Kohle aus dem Flöz. Die theoretische maximale Schnitttiefe beträgt 180 Millimeter. Rückzylinder verbinden den Schreitausbau fest mit dem Förderer.
Diese Zylinder schieben, der Bergmann nennt diesen Vorgang „Rücken“, den Panzerförderer um die Länge wieder an den Kohlenstoß, um die die Gewinnungsmaschine Fördergut aus dem Flöz gelöst hat.
Elektronische Sensoren, elektrohydraulische Messeinrichtungen und Steuerungen überwachen und koordinieren das Zusammenspiel der mächtigen Maschinen und Anlagen im Streb und der nachgeschalteten technischen Einrichtungen. rag
 

Berlin zockt im kohlepoker
Christopher Ziedler {Tagesspiegel} am 27.07.2010 um 15:05 (UTC)
 Europäische EnergiepolitikBerlin zockt im Kohle-Poker

Bild vergrößernSchicht im Schacht. Auf dem Archivbild macht ein Kumpel der Dinslakener Zeche Lohberg/Osterfeld Feierabend. Ab 2014 könnte europaweit Schluss sein. - Foto: dpaEine Förderung der Steinkohle über das Jahr 2014 hinaus ist nach der EU-Entscheidung kaum noch möglich. Um eine neue Förderung bis zum Jahr 2018 zu bekommen, braucht es rund zwei Drittel aller Stimmen im EU-Ministerrat.

Angela Merkels Beraterstab ist so groß, kaum zu glauben, dass sie die Rechtslage zur Kohlepolitik nicht kannte. Gleichwohl sagte sie jetzt zum Brüsseler Kommissionsvorschlag, wonach die Staatsbeihilfen für unrentable Kohlezechen spätestens 2014 auslaufen sollen: „Es wäre kein Fehler gewesen, man hätte mit den Mitgliedstaaten vielleicht noch einmal ein Wort gesprochen.“ Damit verbreitete sie öffentlich das Vorurteil, EU-Beamte würden den in Stein gemeißelten innerdeutschen Kohlekompromiss, der Steuergelder für die Kumpel bis 2018 vorsieht, im Alleingang torpedieren. Die Wirklichkeit jedoch sieht ein wenig anders aus.

Zum einen würde die Förderung ohne neuen Gesetzesvorschlag der Kommission eigentlich schon zum kommenden Jahr auslaufen. Denn geltendes Recht ist die EU-Verordnung 1407/2002 vom 23. Juli 2002. Darin heißt es: „Beihilfen dürfen unabhängig davon, ob es sich um einmalige oder auf mehrere Jahre verteilte Zahlungen handelt, nicht nach dem 31. Dezember 2010 gezahlt werden.“ Ausgehandelt wurde der Text, als der rot-grüne Wirtschaftsminister Werner Müller das Thema verantwortete. Der wechselte pikanterweise im Jahr darauf zur damaligen Ruhrkohle AG. Insofern bekommen auch die „Skandal“-Rufe des SPD-Chefs Sigmar Gabriel einen anderen Klang.


Vor diesem Hintergrund ist auch der deutsche Kohlekompromiss von 2007 in anderem Licht zu sehen. Bei Abschluss war die EU-Rechtslage bekannt, dass nämlich die zwischen Bund und Ländern gefundene Regelung nur für drei Jahre auf sicheren Füßen steht. Zudem heißt es in Kommissionskreisen, dass Berlin den Kompromiss nie von Brüsseler Wettbewerbshütern überprüfen lassen habe.

Es ist offenbar politisch gewollt gewesen, dass Brüssel eine Nachfolgeregelung der weiter geltenden Verordnung vorschlägt – wie dies nun am Dienstag geschehen ist. Allerdings liegen die Vorstellungen über Fristen weit auseinander: Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia schlug im Vorfeld ein Auslaufen der Beihilfen erst 2022 vor. Sein Heimatland Spanien ist neben Deutschland am stärksten betroffen. Dagegen machten sich Klimakommissarin Connie Hedegaard und der für die Umwelt zuständige Janez Potocnik für das Jahr 2014 stark – und setzten sich durch.

Energiekommissar Günther Oettinger scheiterte damit, ein „Kompromissjahr“ 2018, für das er vorab geworben hatte, in die Verordnung zu bekommen. An der Sitzung selbst nahm er nicht teil, da er auf einem Energiekongress in Washington weilte: „Die überwältigende Mehrheit in der Kommission hatte große Bedenken, die Subventionen über 2010 hinaus zu verlängern“, sagte er dieser Zeitung. Insofern sei mit dem Jahr 2014 das für Deutschland „bestmögliche Ergebnis“ erzielt worden.

Die vermeintliche Berliner Überraschung ist wohl dadurch zu erklären, dass die Bundesregierung auf einen Mittelweg zwischen 2022 und 2014 – also eben 2018 – spekulierte. Teilnehmer der Sitzung berichteten jedoch davon, dass sich die EU-Kommission aber nicht habe unglaubwürdig machen wollen, indem der letzten Verlängerung der Kohlebeihilfen eine allerletzte folge. Zudem, so eine hohe Kommissionsbeamtin, passe die Kohle nicht zur EU2020-Strategie, die auf grünes Wachstum durch erneuerbare Energien setzt.

Anfang Oktober nehmen sich die 27 Wirtschaftsminister des Themas an. Um die Verordnung zu blockieren, muss Merkel Mitstreiter finden, die für rund ein Drittel der Stimmen im Ministerrat stehen. Damit aber wäre nur der Ist-Zustand erhalten – womit Ende dieses Jahres Schluss wäre. Um einen neuen Verordnungstext mit dem Jahr 2018 zu bekommen, braucht es rund zwei Drittel aller Stimmen. Und dies wird nach Einschätzung von Beobachtern schwierig, da die meisten EU-Staaten überhaupt keine relevante Kohleförderung mehr besitzen.
 

Auszeichnung für Schacht-Zeichen
(RP) am 01.06.2010 um 10:43 (UTC)
 Duisburg Das RUHR.2010-Großprojekt SchachtZeichen ist zum krönenden Abschluss der Aktion ausgezeichnet worden: als eine gute Idee der Kulturhauptstadt Europas! So wertschätzen die Deutsche Bank und die Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" im Rahmen des Wettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen" Innovationen aus Deutschland.

Bei einer kleinen Feierstunde in Dortmund übergab Sven Olderdissen, Mitglied der Geschäftsleitung, Private Wealth Management Deutschland, Deutsche Bank AG, den Preis: "Die Kunstinstallation SchachtZeichen macht die Veränderungen im Ruhrgebiet vom Kohlebergbau bis hin zur Kulturhauptstadt sichtbar. Sie regt zum Dialog an und verweist auf die Orte, an denen alles begann. "

Ideengeber und Projektautor Volker Bandelow beglückwünschte "alle, die SchachtZeichen möglich gemacht haben", hätte dem Projekt nur noch ein besseres Wetter gewünscht. Dennoch: "SchachtZeichen hat so vieles bewegt – die Menschen durch das Ruhrgebiet, ihre Gespräche miteinander, ihre Herzen und ihre Gedanken. So sollte es sein."

Vor allem die Bewohner und Besucher der Kulturhauptstadt – einige Hunderttausende sind an den neun Tagen unterwegs gewesen auf Halden und Hochpunkten der Metropole Ruhr, darunter auch in Duisburg – hatten Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, ganz besonders beeindruckt: "Wieder einmal hat uns die Bevölkerung überrascht, dass sie die Kulturhauptstadt mit ihrer Zuwendung zu ihrer Sache macht und die SchachtZeichen zu einem großen Erlebnis. Viele Geschichten sind erzählt worden. Das stärkt den Geist des Ruhrgebiets."

 

Letzte Kohle im Nordfeld des Bergwerks Saar gefördert
ddp/olh/muc am 01.06.2010 um 10:19 (UTC)
 Letzte Kohle im Nordfeld des Bergwerks Saar gefördert
20.05.10 | 16:05 Uhr
Im Nordfeld des Bergwerks Saar ist die letzte Kohle gefördert worden. Dies sei ein «wichtiger Meilenstein» auf dem Weg zum endgültigen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau an der Saar, sagte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig am Donnerstag nach der offiziell letzten Grubenfahrt im Flöz Grangeleisen vor der Belegschaft des Bergwerks. Der Streb 20.5 Ost im Flöz Grangeleisen war acht Monate lang in Betrieb und lieferte in dieser Zeit rund ein halbe Million Tonnen Kohle.

Nach den schweren Erderschütterungen am 23. Februar 2008 ruhte auch der Abbau im Grangeleisen in Folge eines kompletten Förderstopps. Auf der Basis eines Auslaufkonzepts konnte die Förderung im Nordfeld am 2. April 2008 wieder aufgenommen werden. Seither sei es zu keinen weiteren schweren Erderschütterungen gekommen, betonte Breinig. Der nun beendete Abbau im Nordfeld war Bestandteil eines Konzepts zum sozialverträglichen Ausstieg aus dem Saar-Bergbau bis Mitte 2012.

Mit der planmäßigen Einstellung der Kohleförderung endet die fast 70 Jahre dauernde Kohleförderung in der Region um Hülzweiler und Saarwellingen. Bis zum endgültigen Ende des Saarbergbaus soll jetzt noch das Feld Dilsburg Ost im Flöz Wahlschied bei der Gemeinde Reisbach abgebaut werden.
 

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